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Sportapotheke

Übertraining


Dies stellt die größte Herausforderung in der sportmedizinischen Praxis dar. Drei Viertel der Ordinationsbesuche beim Sportmediziner erfolgen wegen Übertrainings. Kein Athlet wird jemals freiwillig ein Zuviel zugeben. Ursache sind aber meist zu häufige und zu intensive Trainings. Manchmal kommt es auch wegen mangelnder Erholung (zu wenig Schlaf, nach viralem Infekt, summierte Wettkampfbelastungen, Eiterherd im Organismus,... ) zu den Symptomen des Übertrainings.

Es werden zwei verschiedene Reaktionstypen unterschieden:

Der überdrehte Typ:
Reaktion ähnlich einer Schilddrüsenüberfunktion
• Erhöhter Ruhepuls
• Unruhiger Schlaf
• Weniger Schlafbedürfnis
• Hitzegefühl
• Nervosität und Gereiztheit
• Zittrigkeit
• Durchfall
• Infektanfälligkeit
• Erhöhte Schweißneigung
• Subfebrile Temperatur
• Verletzungshäufigkeit steigt 

Der verlangsamte Typ:
wie bei einer Schilddrüsenunterfunktion
• Erniedrigter Ruhepuls
• Vermehrtes Schlafbedürfnis
• Kältegefühl
• Depressive Grundstimmung
• Verlangsamung
• Erniedrigte Körpertemperatur
• Verstopfung
• Trainingsunlust
• Verletzungshäufigkeit steigt

Diagnose:

Am besten und praktikabelsten ist die ständige Aufzeichnung des Ruhepulsverhaltens zu einer definierten Zeit und immer in derselben Position. Der Ruhepuls (HFRuhe) wird immer morgens im Bett noch vor dem aufstehen an der Halsschlagader gemessen. Er ist normalerweise schlaggenau jeden Tag gleich. Sobald Abweichungen nach oben oder unten erfolgen, sollten keine belastenden Trainings oder Wettkämpfe durchgeführt werden. Im Labor kann eine Erhöhung der Muskelenzyme sichtbar sein, muss aber nicht. Andere laborchemische Methoden sind zum Teil zu teuer oder ebenfalls unsicher.

Maßnahmen:

Verminderung der belastenden Einheiten
zu Gunsten des Grundlagentrainings. Auch der Mut zur Trainingspause ist ebenfalls sehr wichtig!

Heilmittel:

Antioxidatien, regelmäßig warme Vollwertküche, viel Schlaf, viel Sonnenlicht (fördert die Erholung)