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Freiheit - Grenzen

 
Freiheit bedeutet allgemein Selbstständigkeit und Unabhängigkeit von äußerem Zwang. Dazu gehört nicht nur freie Bewegungsmöglichkeit, es heißt auch nach eigener Entscheidung tun und lassen zu können, was der Mensch will. Die Ursache und der Beweggrund liegen bei voller Freiheit in uns selbst und werden nicht von außen beeinflusst. Die größte Freiheit haben wir noch immer in unserer Gedankenwelt.
Freiheit ist aber keineswegs grenzenlos oder maßlos, wenn wir das Ziel oder die Chance des Lebens nützen wollen. Auch wenn in unserer Zeit vieles möglich ist, was noch vor 50 Jahren undenkbar war, gibt es selbstgewählte und naturgegebene und durch die Gemeinschaft bedingte Grenzen der freien Möglichkeiten. Die Freiheit des einzelnen Menschen hört dort auf, wo die Freiheit des anderen beginnt.
Unterordnung unseres Handelns in Gruppenbildungen wie z.B. Familien ist notwendig. Menschen in Gruppen haben sich freiwillig entschieden, verschiedene Meinungen zusammenzuführen, so dass Gemeinsamkeit entsteht, die den freien Willen des einzelnen Erwachsenen allerdings berücksichtigen muss. Es wird beobachtet, dass in der Gruppe sich im besten Fall jeder nach Talent und Möglichkeit einbringen kann. Dabei spielen mehrere Komponenten eine Rolle. Eine davon ist durch das Geschlecht der Menschen beeinflusst.
In den letzten 2000 Jahren war man in weiten Teilen der Welt der Meinung, dass die Frauen von ihrem Körper geleitet seien, die Männer eher vom Geist gelenkte Wesen seien. Es entwickelt sich aus dieser Sicht ein Idealbild des Mannes, das in Zielstrebigkeit, schöpferischem Schaffen und logischem Denken das eigentliche Wesen des Mannes beschrieb.
Da hatten Gefühle wenig Platz und Trauer und Leid durften nicht gezeigt werden. – „Doch wie’s da drin aussieht, geht niemand was an“, war ein Operettenhit Anfang des 20. Jahrhunderts. Darüber denkt man heute anders, wobei Ausnahmen und Übergänge zur Abrundung des Erkannten gehören. Durch den Körper bedingt zeigt sich die weibliche Seele in Mütterlichkeit, Verantwortung, Gelassenheit und Erdbezogenheit, sie ist ruhend, verständnisvoll und verbindlich. Durch den Geist bedingt ist die weibliche Seele mitfühlend, gemütlich, sorgsam, spontan, und fröhlich bis hin zu leichtsinnig, zerstreut, flatterhaft und ein Spielball der Gefühle.
Der männliche körperliche Beweggrund der Seele ist zudringlich, ausschweifend, unverbindlich und ungeduldig. Die geistige männliche Kraft der Seele ist gekennzeichnet durch Sachlichkeit, Kühle, Konzentration, Ernsthaftigkeit und Logik bis hin zu Verbohrtheit, Verhärtung und Verkrampfung.
 
Wir kennen aus antiker Zeit das Bild von Pallas Athene – die weise Frau – die Zauberin. Zeus hingegen ist unbeständig, herrschsüchtig und unstet wie der Wind.
 
Heute sind unsere freien Entscheidungen von außer vielen Einflüssen und Einflüsterungen ausgesetzt. Z.B. Geldsorgen und Schulden empfinden wir als Unfreiheit. Ist aber der Mangel erst einmal behoben, so lassen sich eine Vielzahl der Menschen durch Medien Reklame und Modetrends beeinflussen und ihre Wunschwelt wird wieder von außen über ihre Möglichkeiten hinaus beeinflusst. Hat z.B. eine Frau jahrelang aus Geldmangel nur 1 Paar Schuhe gehabt und das als Mangel empfunden, wird sie sobald ausreichend Geld da ist, Schuhe kaufen gehen. Es mag auch sein, dass die geschickte Verkäuferin über gleich 3 Paar Schuhe verkauft.
 
Die schlimmste Sklaverei und Abhängigkeit verursachen unsere negativen Gefühle. Hass, Besitzgier, Eifersucht, Machtgier, Eitelkeit und vieles mehr entfernen uns immer mehr von uns selbst und von Gemeinsamkeit und werden zu verhängnisvollen Ketten. Diese Ketten entstehen aus Angst im Leben zu wenig zu bekommen. Beginnt erst einmal unser Denken sich immer mehr mit einem dieser Probleme zu beschäftigen, so fühlen wir uns gefangen und unfrei und können die schönen Momente des Lebens nicht mehr richtig bewerten.
Ein Beispiel dazu: Stellen Sie sich vor, Ihr Nachbar beschimpft Sie, weil Sie seinen Weg benützen müssen, um zu Ihrem Haus zu gelangen. Sie fühlen sich ungerecht behandelt und bald entsteht aus der Ärgerlichkeit Wut und dann Hass. Das Leben ist vergällt, sie möchten sich rächen und die Streitigkeit wächst ins Unerträgliche. Erst das Gericht entscheidet – aber sind Sie dann frei?
Erst wenn der Friede zwischen den Nachbarn hergestellt ist, hat jeder seine Freiheit wieder. Freiheit heißt vor allem auch frei von negativen Gedanken zu sein. Sonst leidet zuerst unsere Seele und zuletzt gibt es körperliche Erkrankungen, die uns als Lernprozesse angeboten werden.
Dazu ein paar Gedanken von Dr. Bach: „Krankheit ist weder Grausamkeit noch Strafe, sondern einzig und allein ein Werkzeug, dessen sich unsere Seele bedient, um uns auf unsere Fehler hinzuweisen. Jedes Krankheitssymptom, sei es körperlich, seelisch oder geistig, gibt uns eine gezielte Botschaft, die es zu erkennen, anzunehmen und für unsere Leben zu nutzen gilt!“ Das heißt, dass jeder Mensch sich nach Freiheit sehnt und mit Hilfe von Vertrauen in Gott oder – wenn das zu ungewohnt klingt- Vertrauen in das Prinzip des Lebens – auch erreichen kann. Am nächsten steht der Mensch der Freiheit in Momenten des Friedens mit sich und der Welt.