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Bachblüten

Du bist Licht - ein Märchen

 
Diesmal möchte ich von einer kleinen Seele erzählen, die zufrieden im Himmel lebte. Sie hatte viel Zeit zu Grübeln und eines Tages fragte sie Gott: „Vater sag’ mir bitte, wer oder was bin ich?“ Gott lächelte und antwortete: „Du bist Licht.“ Da flog die kleine Seele glücklich davon und sang:“ Ich bin Licht, ich bin Licht.“
Viele Jahre später kam sie wieder zu Gott und fragte: „Wie fühle ich, dass ich Licht bin? Hier im Himmel ist überall und alles Licht. Was ist Nicht-Licht?“ Gott antwortete: „Wenn Du genau wissen willst, was Licht ist, musst Du in die Dunkelheit gehen. Allerdings gelangst Du dorthin nur, wenn Du vergessen hast, dass Du Licht bist.“ Das klang dem Seelchen recht unheimlich und deshalb konnte es sich nicht entscheiden, vom Licht ins Dunkel zu gehen.
 

 
Viele, viele Jahre später nach langem Grübeln und ein wenig Langeweile kam das Seelchen das dritte Mal zu Gott und sagte: „Vater ich will ins Dunkle, damit ich erfahre, wer ich bin, - damit ich fühle, was ich bin und damit ich verstehe, warum ich Licht bin.“ Gotte nickte und sagte: „Merke Dir: Was immer Du erlebst, wem Du auch begegnest, alle sind Lichtwesen auf der Suche.“ Gott hob das Seelchen heraus aus der Menge von Licht und setzte es vorsichtig und liebevoll ins Dunkel.
Zuerst fror das Seelchen und obgleich es liebevoll von seinen Eltern umhegt wurde, lernte es bald, was es hieß, allein zu sein. Das machte ihm Angst. Aber eines Tages als die Mutter das weinende Kind in Armen hielt und sagte: Ich liebe Dich, mein kleiner Engel, - Du bist ein Geschenk des Himmels“, da fiel dem Kind ein, woher es kam und es lächelte zum ersten Mal.
Als einige Zeit später die Sommersonne das Wasser des Sees aufleuchten ließ und das Kind im Widerschein des Lichtes das erste Mal auf eigenen Füßen stand, da ahnte es, wer es war und es schenkte dem Leben ein helles Kinderlachen.
Es vergingen viele Jahre, in denen das Kind erwachsen wurde und als Mann ein Leben voll guten und bösen Erfahrungen hatte. Als seine Partnerin erkrankte, bemerkte er, dass seine Anwesenheit für sie Trost war, obwohl er in Angst um sie war. Da merkte er, dass er Licht sein konnte, obwohl er voll Sorge sich im Dunkel fühlte. Zuletzt ließ er so manche Ent-Täuschung los, war durch Ver-Lust und Ab-Lenkung hindurchgegangen und konnte lächeln. Er hatte bemerkt, dass Licht zu fühlen, leicht war, wenn er Liebe im Herzen empfand. Dann konnte er die Ruhe in seinem Herzen spüren und obwohl er wieder ins Licht ging, fiel ihm der Abschied schwer, von all denen, die ihm in Gutem und Bösen zur Seite waren. Vielleicht wollte er sogar wiederkommen.
 
(PS: Statt Gott können Sie auch „Liebe“ denken
Idee von N.D. Walsch „Gespräche mit Gott“)